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Ernst's Velotouren

  
 
 
 
 
 
Fahrradtour 2008 - 2013
Erste Etappe Schweiz - Thailand
Teil 0: Vorbereitungstour, Dezember 2007
Um die neue Ausrüstung in der extremen Kälte zu testen (Schlafsack, Isoliermatte, Thermounterwäsche, Wind- und Wasserdichte Überkleider, Kocher, etc.) und die Schwachpunkte derselben zu erkennen, bin ich in der Zeit um Weihnachten und Neujahr nach Basel, entlang dem Radweg des Rhein-Rohne-Kanals nach Montbéliard, Besançon, Dôle und Verdun sur le Doubs gefahren, weiter entlang der Saône nach Chalon und Tournus und durch die Bresse und den französische Jura zurück nach Genf.

Die ersten Tage waren gezeichnet von -6°C tagsüber und von bis zu -12°C in den Nächten. Die nächsten Tage waren etwas wärmer und die Temperaturen hielten sich bei -4°C bis -8°C.

Die Ausrüstung hat grösstenteils gehalten, was die Hersteller versprechen (Schlafsackhersteller übertreiben meines Erachtens aber gerne mit ihren Angaben). Wer eine ähnliche Tour vorhat oder sich für Kälteetappen auf einer langen Tour vorbereiten will, findet in den folgenden Texten ein paar praktische Hinweise.

Bild: Sonnenuntergang am zugefrorenen "Canal du Rhône au Rhin". Die Eisdecke ist über 10 cm dick.


Bild: Gefrorenes Wasser auftauen und Frühstück kochen bei -12°C. Durch die konstanten Minusgrade Tag und Nacht gefriert das Wasser immer wieder und man kann im Verlauf des Morgens bestenfalls noch Eiswasser trinken. Spätestens nachmittags ist das Wasser wieder gefroren. Fazit: Eine Thermosflasche ist für solche Touren unabdingbar.

Bild: Idyliischer Platz am Doubs in der Nähe von Montbéliard. Der Raureif verleiht der Szene etwas märchenhaftes und mit ensprechender Ausrüstung ist so eine Tour durchaus zu geniessen. Allerdings sind die Nächte sehr lang (ab 17:30 ist man bis rund 8:00 im Schlafsack - wie eine Raupe im Kokon) und man getraut sich bei -12°C selbst für die Notdurft fast nicht mehr aus dem Schlafsack.
Bild: Stiller Weg durch die einsame Winterlandschaft des französischen Jura. Elektronische Geräte, z.B. Kameras, reagieren in konstanter Kälte äusserst träge oder gar nicht mehr. Batterien sind schneller leer als bei "normalen" Temperaturen.
Bild: Weihnachten bei Besançon am Doubs. Auf Grund der Feiertage waren sämtliche Geschäfte geschlossen und auch die meisten Hotels. So kam es, dass ich für 4 Tage keinen beheizten Raum betrat und mich an die Kälte ohne grössere Probleme anpasste. Wichtig ist stets genug Nahrungsmittel dabei zu haben, damit der Körper Wärme erzeugen kann. Das warme Nachtessen isst man am besten im Schlafsack um ja keine Wärme zu verschwenden. Beginnt man später im Schlafsack doch zu frieren, so tut schon ein Müsliriegel in aller Regel wahre Wunder.
Bild: Weihnachtsmorgen bei Besançon am Doubs. Einsetzender Schneefall und ein folgender Eisregen erschwerten das Vorwärtskommen.
Bild: Der Radweg entlang dem "Canal du Rhône au Rhin" in der Nähe von Dôle.
Bild: Selbstportrait auf dem verschneiten Radweg. Die paar Zentimeter Neuschnee erschwerten das Vorwärtskommen und kosteten einiges an Kraft. Immerhin war es mittags etwas wärmer und nur noch -4°C. Knackpunkte der Ausrüstung sind die Handschuhe und Schuhe. Hände und Füsse sind kaum dauerhaft warm zu halten und durch die metallenen Klickvorrichtung an den Schuhen bleiben die Füsse oft den ganzen Tag eiskalt (Kältebrücke). Fazit: Keine Klickvorrichtung an den Schuhen für eine Tour in dauerhafter Kälte.
Bild: Verdun sur le Doubs, am Zusammenfluss von Doubs und Saône.
Bild: In Chalon sur Saône
Bild: Nacht und Nebel in Tournus an der Saône, wo ich mir ein nettes Zimmer und exzellentes Nachtessen gegönnt habe. Die Ausrüstung hat sich in der Kälte bewährt und die wenigen Schwachpunkte sind erkannt. Es war daher nicht notwendig noch weiter im Zelt zu übernachten.
Bild: Kurz vor Genf und dem Ende der Tour. Ab Genf bin ich dem Zug nach Hause in die warme Stube gefahren.
Teil 1 der Tour nach Thailand: Entlang der Donau